Wer mit einer Schilddrüsenerkrankung lebt, kommt häufig nur mit Medikamenten zurecht. Beim Hormon Thyroxin sind Wechselwirkungen mit Lebensmitteln möglich.
Schilddrüsenunterfunktion, sogenannte Hypothyreose, ist eine meist chronische Erkrankung, die in Deutschland bei etwa fünf von 100 Menschen diagnostiziert wird. Grund sind in vielen Fällen schlechte Angewohnheiten und falsche Ernährung, die die Schilddrüse schädigen können. Die endokrine Drüse ist nur so groß wie ein Daumen und übernimmt komplexe und wichtige Aufgaben im Körper. Ihre Hormone beeinflussen maßgeblich unseren Stoffwechsel. Kann die Schilddrüse Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) aus bestimmten Gründen nicht bilden, kommt es zu Krankheitssymptomen, die nur langfristig mithilfe einer medikamentösen Therapie durch das Hormon Thyroxin eingedämmt werden können. Ein Drittel der Patienten kann das Hormon Thyroxin mittelfristig wieder absetzen, fragen Sie Ihren Arzt. In Verbindung mit Ihrer Ernährung und bestimmten Lebensmitteln sollten Sie bei der Einnahme von Thyroxin auf Wechselwirkungen achten.
„Künstliche“ Schilddrüsenhormone des Thyroxin, sogenanntes L-Thyroxin, können gut helfen, Krankheitssymptome einer Schilddrüsenunterfunktion wie Müdigkeit, Verstopfung, depressive Verstimmung und Gewichtsschwankungen zu unterbinden. Bei der Einnahme der Medikamente müssen jedoch Wechselwirkungen mit bestimmten Lebensmitteln berücksichtigt werden. Die Herausforderung: Vielen Patienten ist nicht bekannt, dass die Behandlung mit Thyroxin störanfällig ist. Sehr häufig kommt es aufgrund von Unwissenheit zu Einnahmefehlern, die den Therapieerfolg erheblich gefährden, wie es auf dem Portal Meine Gesundheit beschrieben wird. Weder Patienten noch die behandelnden Ärzte können sich erklären, warum die Beschwerden und Werte tagesabhängig schwanken.
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In vielen dieser Fälle sind tatsächlich Nahrungsmittel der Grund. Prof. Dr. Martin Wehling des Instituts für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie an der Medizinischen Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, warne daher dringend davor, die Wechselwirkungen von bestimmten Lebensmitteln und Schilddrüsenmedikamenten zu unterschätzen.
Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI) und praktizierender Internist erklärt gegenüber dem Portal Internisten im Netz: „Kaffee verzögert die Resorption des Hormons und verringert seine Bioverfügbarkeit. Aus diesem Grund sollten Patienten sich unbedingt an die Empfehlung halten, als Einnahmeflüssigkeit Wasser – und keinen Kaffee – zu verwenden.“ Deshalb sollten zwischen Kaffeegenuss und Medikamenteneinnahme mindestens 30 Minuten liegen.
Nüsse sind bei Deutschen ein beliebter Snack für zwischendurch, als Zutat in Süßem wie Plätzchen oder Teil von Gerichten. Doch für Menschen mit einer Schilddrüsenerkrankung, die eine medikamentöse Therapie mit L-Thyroxin erhalten, sind Nüsse nicht ganz unproblematisch, da sie die Aufnahme des Hormons stören.
Die Schilddrüse benötigt vor allem Jod, um Schilddrüsenhormone zu bilden. Thioglykoside und zyanogene Glykoside beeinflussen den Jodstoffwechsel und senken die Hormonkonzentration. Thioglykoside sind vor allem in Kohl, Erdnüssen, Senf, Meerrettich und Radieschen enthalten.
Ebenfalls problematisch bei der Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion, die immer auch Nebenwirkungen haben kann, sind Sojabohnen. Sie sind dafür bekannt, Thyroxin im Darm zu binden und so die Schilddrüsenhormon-Konzentration im Blut zu senken. Die ohnehin schon geringen Schilddrüsenhormone werden dann unverbraucht mit dem Stuhl ausgeschieden.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.